Smart #1: Ein vielversprechender elektrischer Sprung mit Ecken und Kanten

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Der Übergang von Smart in eine vollelektrische Zukunft hat mit der Nummer 1, einem kompakten SUV, der markantes Design, einen überraschend geräumigen Innenraum und wettbewerbsfähige Leistung vereint, einen guten Start hingelegt. Die Nummer 1 ist zwar nicht ohne Mängel, zeigt aber den Ehrgeiz der Marke, über ihre Kleinstwagen-Vergangenheit hinauszugehen und auf dem wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge zu konkurrieren.

Eine neue Richtung für Smart

Smart war jahrelang ein Synonym für kleine, zweisitzige Stadtautos. Die Nummer 1 markiert einen bedeutenden Schritt und bietet einen praktischen, familienfreundlichen Elektro-SUV, der auf einer gemeinsamen Plattform mit dem Volvo EX30 basiert. Dieser strategische Schritt zielt darauf ab, die Attraktivität von Smart zu steigern und ihn als ernsthaften Konkurrenten im Segment der Elektrofahrzeuge zu etablieren.

Leistung und Handhabung: Eine gemischte Sache

Die Nummer 1 bietet beeindruckende Geradeausgeschwindigkeit, insbesondere in der leistungsstarken Brabus-Variante, die in weniger als vier Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Allerdings hat das Fahrwerk Mühe, mit dieser Leistung Schritt zu halten. Die Fahrt ist unruhig, mit spürbarem Wanken der Karosserie und einem federnden Gefühl bei höheren Geschwindigkeiten. Besonders deutlich wird dieses Ungleichgewicht beim Brabus-Modell, wo die Leistung die Möglichkeiten des Fahrwerks übersteigt.

Die Standardversionen mit Hinterradantrieb, erhältlich mit einer 49-kWh- oder 66-kWh-Batterie, bieten 268 PS. Das Brabus-Modell steigert dies mit Doppelmotoren und Allradantrieb und leistet beeindruckende 422 PS. Auch wenn es berauschend ist, geben die Handhabungsfehler dennoch Anlass zur Sorge.

Interieur und Technik: Modern, aber nicht makellos

Das Interieur des #1 ist optisch ansprechend, mit minimalistischem Design und kräftigen Akzenten. Allerdings fühlen sich einige Materialien billig an, was den Premium-Charakter untergräbt. Das Infotainmentsystem ist zwar funktionsfähig, leidet jedoch unter gelegentlichen Störungen und einem etwas verworrenen Menülayout. Darüber hinaus kann die Sicherheitsassistenztechnologie übermäßig aufdringlich sein und selbst unter normalen Fahrbedingungen ablenkende Warnungen ausgeben.

Trotz dieser Nachteile bietet die Nr. 1 eine gut ausgestattete Kabine, insbesondere in höheren Ausstattungsvarianten. Features wie ein Panorama-Glasdach, elektrische Sitze und eine adaptive Geschwindigkeitsregelung erhöhen den Komfort und die Bequemlichkeit. Durch die Integration eines speziellen Fahrerdisplays für die Geschwindigkeit werden Ablenkungen durch den zentralen Touchscreen minimiert.

Reichweite, Aufladung und Kosten: Wettbewerbsfähig, aber nicht führend

Der Smart #1 bietet eine respektable Reichweite, wobei der größere 66-kWh-Akku dank seiner effizienten Wärmepumpe in der Premium-Ausstattung bis zu 273 Meilen ermöglicht. Die Ladezeiten sind konkurrenzfähig, wobei Schnellladegeräte in der Lage sind, die Reichweite in etwa 30 Minuten deutlich zu erhöhen. Allerdings ist die Nr. 1 hinsichtlich der reinen Reichweite nicht führend und bleibt hinter einigen Konkurrenten zurück.

Die Versicherungskosten sind höher als bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und spiegeln die Leistung des Fahrzeugs wider. Es wird erwartet, dass die Abschreibung angemessen, aber nicht außergewöhnlich ist. Die Nr. 1 qualifiziert sich für niedrige Benefit-in-Kind-Tarife (BIK), was sie zu einer attraktiven Option für Firmenwagenfahrer macht.

Das Urteil: Potenzial mit Raum für Verfeinerung

Der Smart #1 ist ein mutiger und vielversprechender erster Schritt für die Marke auf dem Elektro-SUV-Markt. Sein markantes Design, seine beeindruckende Leistung und sein wettbewerbsfähiger Preis machen ihn zu einer überzeugenden Alternative zu Konkurrenten wie dem Renault Megane und dem BMW iX1. Die unruhige Fahrt, aufdringliche Sicherheitssysteme und gelegentliche technische Pannen halten ihn jedoch davon ab, wahre Größe zu erreichen.

Smart hat mit der Nummer 1 ein solides Fundament gelegt, aber es bedarf weiterer Verbesserungen, um sein volles Potenzial auszuschöpfen und ein wirklich ausgefeiltes Fahrerlebnis zu bieten. Der kommende Smart #3 mit seiner verbesserten Federung lässt darauf schließen, dass die Marke auf Feedback hört und sich für den Bau besserer Elektrofahrzeuge einsetzt.