Dacia wird sich den Branchentrends widersetzen, indem es gleichzeitig sowohl sein bestehendes Elektrofahrzeug Spring als auch ein neues Elektrofahrzeug auf Twingo-Basis anbietet. Diese ungewöhnliche Strategie bedeutet, dass Kunden die Wahl zwischen zwei erschwinglichen A-Segment-Elektrofahrzeugen derselben Marke haben, ein Schritt, der die sich verändernde Marktdynamik und Lieferkettenaspekte widerspiegelt.
Der Neuzugang: Eine in Europa entwickelte Alternative
Das kommende Elektroauto auf Twingo-Basis, das im September auf dem Pariser Autosalon Premiere feiern und bis zum Jahresende verkauft werden soll, wird unter 18.000 Euro kosten. Er wird mit rund 3,8 Metern Länge etwas größer sein als der aktuelle Spring und weist ein Design auf, das von der robusten SUV-Ästhetik von Dacia inspiriert ist. Das neue Modell wird in Europa entworfen und hergestellt, wodurch die Einfuhrstrafen vermieden werden, die derzeit auf den aus China importierten Spring erhoben werden.
Warum zwei Elektrofahrzeuge? Ein strategischer Ansatz
Dacia-Produktchef Patrice Lévy-Bencheton stellt klar, dass die beiden Modelle nebeneinander existieren werden, da sie sich trotz eines gemeinsamen Segments in Größe, Form und Zielgruppe unterscheiden. Das Unternehmen plant, beide Modelle etwa ein Jahr lang auf dem Markt zu halten und das Modell Spring schrittweise auf der Grundlage lokaler Anreize und Nachfrage auslaufen zu lassen.
Diese Strategie ist ungewöhnlich: Die meisten Autohersteller rationalisieren ihre Produktlinien, anstatt ihr Angebot zu verdoppeln. Die Entscheidung von Dacia deutet auf einen kalkulierten Versuch hin, den Marktanteil im hart umkämpften Elektrofahrzeugbereich zu maximieren.
Die unerwartete Verlängerung des Frühlings
Trotz der Ankunft des neueren Modells hat Dacia kürzlich in Updates für den Spring investiert, darunter mehr Leistung (bis zu 101 PS), schnelleres Laden und Verbesserungen der Federung. Diese Aktualisierungen wurden spät im Frühjahrsproduktionszyklus vorgenommen, sollen aber seine Attraktivität aufrechterhalten, bis sich die Märkte angepasst haben.
Wichtige Implikationen
Der parallele Verkauf des Spring und des neuen Elektrofahrzeugs verdeutlicht einen entscheidenden Wandel in der Automobilindustrie: Automobilhersteller müssen sich nun mit komplexen Lieferketten, Importbeschränkungen und sich verändernden Verbraucherpräferenzen auseinandersetzen. Der Schritt von Dacia zeigt, dass Flexibilität und die Bereitschaft, mit der internen Konkurrenz zu koexistieren, eine tragfähige Strategie sein können.
Die beiden Angebote sind sinnvoll und bleiben am Markt; Laut Dacia-Marketingchef Frank Marotte liegt es an den Vertriebsteams, sie richtig zu positionieren.
Letztlich geht Dacia auf Nummer sicher: die kurzfristigen Verkaufszahlen zu maximieren und sich gleichzeitig auf den unvermeidlichen Übergang zu einer vollständig in Europa hergestellten Elektrofahrzeugpalette vorzubereiten.
