Trump-Administration setzt Treibhausgasvorschriften zurück

9

Die Trump-Administration hat eine wichtige Umweltfeststellung, die seit 2009 die Emissionspolitik der USA geprägt hat, offiziell aufgehoben. Dieser Schritt schwächt effektiv die Bundesvorschriften zu Treibhausgasemissionen von Fahrzeugen und Industrien, eine Entscheidung, die das Weiße Haus als Wiederherstellung der „Wahlmöglichkeiten der Verbraucher“ und der wirtschaftlichen Freiheit bezeichnet. Die Kernmaßnahme ist die Aufhebung des „Endangerment Finding“ von 2009 – einer Feststellung der Environmental Protection Agency (EPA), dass Treibhausgase eine erhebliche Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellen und zum Klimawandel beitragen.

Der Gefährdungsbefund: Eine wissenschaftliche Grundlage

Der EPA-Befund von 2009 basierte auf umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen, die zeigten, dass Gase wie Kohlendioxid und Methan Wärme in der Atmosphäre einschließen und so die globale Erwärmung vorantreiben. Dies führte zu Vorschriften zur Reduzierung der Emissionen von Kraftwerken, Fabriken und Fahrzeugen. Die Trump-Administration weist diese Forschung als fehlende „sachliche Grundlage“ zurück und bezeichnet die Vorschriften als „radikale Regel“ und Teil eines „grünen Betrugs“. Durch die Aufhebung entfällt die Verpflichtung der Autohersteller, die Treibhausgasstandards des Bundes zu messen, zu melden und einzuhalten, einschließlich Funktionen wie der „Stopp-Start“-Technologie zur Senkung der Fahrzeugemissionen.

Wirtschaftliche und politische Auswirkungen

Die Regierung behauptet, dass dieser Rückschlag den Amerikanern 1,3 Billionen US-Dollar und den Autoherstellern Milliarden an Verlusten ersparen wird, und führt die regulatorischen Belastungen als Bremse für das Wirtschaftswachstum an. Besonders umstritten ist dieser Schritt in Bundesstaaten wie Kalifornien, wo unabhängig von der Bundespolitik seit langem strengere Emissionsstandards verfolgt werden. Gouverneur Gavin Newsom hat versprochen, die Entscheidung vor Gericht anzufechten und das Recht des Staates geltend zu machen, seine eigenen Vorschriften beizubehalten. Die Rücknahme folgt auch der Entscheidung der Regierung, die Steuererleichterungen für Elektrofahrzeuge (EVs) abzuschaffen, was ein weiteres Signal für eine Abkehr von Anreizen für saubere Energie darstellt.

Weiterreichende Konsequenzen und Widerstand

Umweltgruppen gehen davon aus, dass durch die Aufhebung die Treibhausgasemissionen bis 2055 um 10 % steigen werden, was zu geschätzten 58.000 vorzeitigen Todesfällen und Millionen weiteren Asthmaanfällen führen wird. Organisationen wie der Environmental Defense Fund und der Natural Resources Defense Council planen rechtliche Anfechtungen und argumentieren, die Entscheidung sei wissenschaftlich nicht fundiert und rechtlich unbegründet. Der Schritt ist der jüngste in einer Reihe von Maßnahmen unter der Trump-Regierung, die der wirtschaftlichen Deregulierung Vorrang vor dem Umweltschutz einräumen und die Voraussetzungen für anhaltende Rechtsstreitigkeiten und erhöhte Spannungen zwischen der Umweltpolitik von Bund und Ländern schaffen.

Die Aufhebung dieser Vorschriften hat umfassendere Auswirkungen auf das Engagement der USA für internationale Klimaabkommen und könnte den Übergang zur Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen beschleunigen und möglicherweise die Bemühungen zur Eindämmung der globalen Erwärmung untergraben.