Die britische Regierung bereitet die Legalisierung privater E-Scooter auf öffentlichen Straßen vor und räumt ein, dass die aktuellen Vorschriften weitgehend ignoriert werden. Verkehrsministerin Heidi Alexander, Abgeordnete, erklärte, dass „der Geist aus der Flasche ist“, was bedeutet, dass viele Fahrer private E-Scooter bereits illegal nutzen, obwohl Gesetze ihre Nutzung auf Privatgrundstücke beschränken.
Warum jetzt? Der Wandel in der Politik
Privat gekaufte E-Scooter befinden sich seit Jahren in einer rechtlichen Grauzone, während der Verleih im Rahmen von Testprogrammen seit 2020 auf Straßen und Radwegen erlaubt ist. Diese Mietprogramme erfordern, dass Fahrer einen gültigen Führerschein besitzen und eine Haftpflichtversicherung abschließen. Allerdings hat die weit verbreitete Missachtung der Privateigentumsregeln – viele kaufen Roller von Einzelhändlern wie Halfords und verwenden sie illegal – die Regierung zum Handeln gezwungen.
Die bevorstehende Gesetzgebung wird darauf abzielen, Ordnung in die Situation zu bringen, indem sie Geschwindigkeitsbegrenzungen, obligatorische Lichter und Bremsen sowie ausgewiesene Nutzungsbereiche einführt. Alexander machte deutlich, dass Gehwege für E-Scooter weiterhin tabu bleiben.
Steigende Verletzungen und öffentliches Bewusstsein
Dieser Schritt erfolgt, da die Unfallzahlen mit E-Scootern, insbesondere bei Kindern, steigen. Dr. Charlotte Durand vom Alder Hey Children’s Hospital in Liverpool berichtete von einem alarmierenden Anstieg der Besuche in der Notaufnahme und tragischen Todesfällen seit 2019. Das Problem wird durch weit verbreitete öffentliche Unkenntnis der bestehenden Gesetze und der damit verbundenen Gefahren verschärft. Die meisten Familien sind sich der Risiken nicht bewusst und wissen nicht einmal, dass die private Nutzung von E-Scootern derzeit illegal ist.
Der breitere Kontext: Mikromobilität und Stadtverkehr
Die Debatte über die Legalität von E-Scootern spiegelt einen größeren Trend zu Mikromobilitätslösungen in städtischen Umgebungen wider. E-Scooter werden oft als kostengünstige, nachhaltige Transportoption angepriesen, ihre Integration in die bestehende Infrastruktur ist jedoch mit Herausforderungen verbunden. Die Verzögerung bei der Lösung der rechtlichen Probleme hat zu einer chaotischen Situation geführt, in der die Sicherheit gefährdet ist.
Die bevorstehende Gesetzgebung zielt darauf ab, die Vorteile von E-Scootern mit der Notwendigkeit, gefährdete Verkehrsteilnehmer zu schützen, in Einklang zu bringen und endlich die Realität ihrer Nutzung anzuerkennen.
Die Legalisierung privater E-Scooter ist ein unvermeidlicher Schritt zur Regulierung einer bereits in großem Umfang verbreiteten Praxis, deren Erfolg jedoch von einer wirksamen Durchsetzung und Aufklärung der Öffentlichkeit abhängt.






















