Kosten für die Versicherung von Elektrofahrzeugen: Wie die Reparaturfähigkeit die Prämien senken kann

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Für Elektrofahrzeuge (EVs) fallen derzeit höhere Versicherungsprämien an als für benzinbetriebene Autos. Ein neuer Branchenentwurf zielt jedoch darauf ab, dies zu ändern, indem die Reparatur von Elektrofahrzeugen günstiger wird und die Wahrscheinlichkeit, dass sie nach Unfällen abgeschrieben werden, geringer wird. Trotz der geringeren Betriebskosten stellten die höheren Versicherungskosten für einige potenzielle Käufer von Elektrofahrzeugen ein Hindernis dar, was vor allem auf die hohen Kosten für die Reparatur oder den Austausch der Batterie zurückzuführen ist.

Die Versicherungslücke erklärt

Im Jahr 2024 kostet die Versicherung von Elektrofahrzeugen in der Regel 15–25 % mehr als vergleichbare Benzinfahrzeuge. Dies liegt daran, dass die Reparatur oder der Austausch von Elektrofahrzeugbatterien, die bis zu 40 % des Gesamtwerts eines Autos ausmachen können, teuer ist. Die schnellere Beschleunigung von Elektrofahrzeugen führt auch dazu, dass Versicherer sie als risikoreicher einstufen. Aktuelle Daten zeigen unterschiedliche Unterschiede: Ein Ford Puma EV ist etwa 10 % teurer in der Versicherung als sein Benzin-Pendant, während ein Volkswagen ID.3 20 % teurer sein kann. Allerdings haben einige Modelle, wie der Vauxhall Corsa Electric, ähnliche Prämien wie ihre Benzinversionen.

Modell Benzinversicherung (£) Elektroversicherung (£)
Vauxhall Corsa JA 1.2 Auto 1.048,21 1.033,80
Ford Puma 1.0 125 ST-Line X Auto 2.894,88 3.208,95
Volkswagen Golf Match 1.5 eTSI 955,35 1.161,99

Die Lösung: Einfachere und günstigere Reparaturen

Experten für Automobilsicherheit bei Thatcham Research haben einen Rahmen für Hersteller von Elektrofahrzeugen veröffentlicht, um die Reparaturfähigkeit zu verbessern und dadurch die Versicherungskosten zu senken. Die wichtigsten Empfehlungen konzentrieren sich auf die Vereinfachung des Batteriezugriffs und der Batteriereparatur.

  • Reversible Sicherheitsabschaltungen: Elektrische Systeme sollten über eine rücksetzbare Notabschaltung verfügen, wie sie in Benzinautos zu finden ist, anstatt dauerhafte Schäden an der Batterie zu verursachen.
  • Einfaches Entfernen der Batterie: Batterien sollten für eine schnelle Entkopplung ohne Spezialwerkzeuge ausgelegt sein.
  • Standardisierte Systeme: Hochspannungssysteme benötigen eine branchenweite Standardisierung, um die Diagnose- und Reparatureffizienz zu verbessern.
  • Modularer Aufbau: Batterien sollten aus modularen Teilen konstruiert sein, die zur einfacheren Reparatur durch wiederverschließbare Befestigungselemente statt durch Klebstoffe befestigt werden.
  • Aufprallschutz: Kritische Komponenten wie Ladeanschlüsse sollten in weniger gefährdete Bereiche des Fahrzeugs verlegt werden.

Reparierbarkeit und Nachhaltigkeit

Jonathan Hewett, CEO von Thatcham Research, erklärt, dass diese Empfehlungen „vollkommen erreichbar“ seien und betont, dass herkömmliche Fahrzeuge diese Prinzipien bereits berücksichtigen. Das Ziel besteht darin, unnötige Abschreibungen zu reduzieren, da Daten zeigen, dass die Batterien von Elektrofahrzeugen auch nach 12 Jahren noch zu 95 % intakt sind, viele jedoch aufgrund von Reparaturkosten verschrottet werden.

Ob die Industrie diese Richtlinien übernehmen wird, hängt von der Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Sicherheitsorganisationen ab. Eine verbesserte Reparaturfähigkeit wird nicht nur die Versicherungsprämien senken, sondern auch die Lebensdauer von Elektrofahrzeugen verlängern und damit im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen stehen.

Vorausschauend

Die langfristige Rentabilität einer erschwinglichen Versicherung für Elektrofahrzeuge hängt davon ab, dass die Hersteller der Reparierbarkeit Priorität einräumen. Durch die Standardisierung von Systemen und eine einfachere Wartung kann die Branche sicherstellen, dass Elektrofahrzeuge für Fahrer und Versicherer gleichermaßen zugänglicher und nachhaltiger werden.