Cupra Terramar VZe Review: Ein auf der australischen Straße getesteter PHEV

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Cupra stärkt sein Plug-in-Hybrid-Angebot (PHEV) und der Terramar VZe 2026 ist ein wichtiger Teil dieser Entwicklung. In diesem Test wird getestet, ob die beeindruckende elektrische Reichweite von 110 km und der angebliche Kraftstoffverbrauch von 0,5 l/100 km unter realen Bedingungen, insbesondere auf für Australien typischen Langstrecken, standhalten.

Der Terramar VZe wurde einer 1300 km langen Hin- und Rückfahrt von Melbourne nach Canberra unterzogen, um seine Praktikabilität und Leistung über das typische Pendeln in der Stadt hinaus zu bewerten. Dies ist wichtig, weil Australiens große Entfernungen Fahrzeuge erfordern, die zuverlässig elektrische Effizienz mit Langstreckentauglichkeit in Einklang bringen können.

PHEV-Strategie des Volkswagen Konzerns

Der Terramar ist eines von mehreren Modellen des VW-Konzerns, die jetzt barrierefreie PHEV-Antriebe anbieten. Diese Verschiebung stellt eine bedeutende Änderung dar, da frühere Optionen auf teure Cupras und den Volkswagen Touareg R beschränkt waren. Der Terramar bietet diese Technologie gemeinsam mit Leon, Formentor, Tiguan, Tayron und Skoda Kodiaq an. Diese breitere Verfügbarkeit von PHEVs zeigt das Engagement von VW für die Elektrifizierung, ohne Käufer sofort zu reinen Elektrofahrzeugen zu zwingen.

Der Terramar VZe kostet 77.990 US-Dollar vor Straßenkosten und ist damit das teuerste Modell von Cupra. Im Vergleich zum VW Tiguan 200TSI eHybrid R-Line (74.550 US-Dollar) und dem Skoda Kodiaq stellt er eine Premium-Position dar. Zu den Konkurrenten zählen der Alfa Romeo Tonale PHEV (78.500 $) und der kommende Toyota RAV4 GR Sport PHEV (66.340 $). Chinesische Marken wie Chery und BYD bieten günstigere Alternativen, allerdings mit anderen Kompromissen.

Innenraumkomfort und Design

In der Kabine des Terramar steht der Komfort im Vordergrund, der für lange Fahrten unerlässlich ist. Die Sitze sind trotz ihres sportlichen Aussehens überraschend weich und die verstellbare Lordosenstütze beugt Ermüdungserscheinungen vor. Der Innenraum verbindet das unverwechselbare Design von Cupra mit bekannten VW-Komponenten, wie dem perforierten Lederlenkrad mit Kupferakzenten.

Allerdings ist der Innenraum nicht ohne Nachteile. Das Touchscreen-Infotainmentsystem ist zwar scharf, verfügt aber über fummelige berührungsempfindliche Schieberegler, die anfällig für Fingerabdrücke sind. Die Kabinenaufteilung ist zwar fahrerorientiert, wirkt aber kleiner, als das Äußere vermuten lässt. Der Stauraum ist mit Getränkehaltern und einem kabellosen Ladegerät ausreichend, allerdings ist das Kofferraumvolumen mit 400 Litern aufgrund der Batterieplatzierung geringer als das des Nicht-Hybrid-Tiguan mit 652 Litern. Dies zeigt, dass PHEV-Systeme immer Kompromisse bei der Verpackung eingehen.

Antriebsstrang und Fahrerlebnis

Der Terramar VZe kombiniert einen 1,5-Liter-Turbomotor mit einem Elektromotor und liefert 200 kW und 400 Nm an die Vorderräder. Dank der optionalen Dynamic Chassis Control Pro (DCC Pro), die für ein komfortables und dennoch kontrolliertes Fahrverhalten sorgt, liegt das Auto gut in der Hand. Der Straßenlärm wird effektiv bekämpft, raue Oberflächen sind jedoch immer noch wahrnehmbar.

Der Antriebsstrang reagiert gut, aber der fehlende Allradantrieb führt bei starker Beschleunigung zu einer Drehmomentsteuerung. Das Bremspedalgefühl ist schlecht und erfordert übermäßige Kraft. Regeneratives Bremsen hilft, aber das System funktioniert nicht reibungslos. Im Großen und Ganzen ist das Auto ein leistungsfähiger Cruiser mit ordentlichem Handling, allerdings sind die Bremsen ein großes Ärgernis. Dies verdeutlicht, dass selbst in modernen Autos grundlegende Elemente wie das Bremsgefühl immer noch schlecht umgesetzt werden können.

Der adaptive Tempomat und der Spurhalteassistent des Terramar leisteten auf der Autobahn gute Dienste und machten lange Fahrten weniger stressig. Trotz kleinerer Macken ist das Auto insgesamt angenehm zu fahren und für längere Fahrten geeignet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Cupra Terramar VZe ein überzeugender PHEV ist, der Effizienz und Praktikabilität in Einklang bringt. Er bietet ein komfortables Fahrgefühl, eine ordentliche Leistung und eine nutzbare elektrische Reichweite. Allerdings sind das unterdurchschnittliche Bremsgefühl und die Drehmomentlenkung erhebliche Nachteile. Der Erfolg des Autos wird davon abhängen, ob Käufer diese Mängel gegenüber seinen Stärken im wachsenden PHEV-Markt priorisieren.