Der Cruiser-Motorradmarkt ist für seine langsame Entwicklung bekannt. Viele Modelle bleiben über Jahre oder sogar Jahrzehnte weitgehend unverändert. Allerdings sticht ein Motorrad hervor, das sich diesem Trend widersetzt: die Harley-Davidson Low Rider S. Sie hat nicht nur an Leistung gewonnen, sondern ist mit der Zeit auch erschwinglicher geworden – eine seltene Leistung in diesem Segment.
Die Stagnation traditioneller Kreuzer
Bei Cruiser-Bikes steht Einfachheit im Vordergrund. Die meisten Hersteller halten sich an bewährte Formeln: Stahlrahmen, einfache Federung und unterbeanspruchte Motoren. Technologische Neuerungen wie Traktionskontrolle und ABS sind erst seit Kurzem Standard und werden bei vielen Modellen immer noch als Sonderausstattung angeboten.
Diese Zurückhaltung gegenüber Innovationen ist auf die Vorlieben der Fahrer zurückzuführen; Cruiser-Enthusiasten bevorzugen im Allgemeinen zuverlässige, etablierte Pakete gegenüber modernsten Funktionen. Daher sind größere Updates selten. Die Chief-Reihe von Indian hat im letzten Jahrzehnt nur minimale Veränderungen erfahren, und selbst die R 18 von BMW wurde seit ihrer Einführung nur einer wesentlichen Überarbeitung unterzogen.
Der Low Rider S: Eine Weiterentwicklung von Leistung und Wert
Der Harley-Davidson Low Rider S war ursprünglich Teil der Dyna-Reihe, gepaart mit einem Screamin’ Eagle-Motor. Später strukturierte Harley es in die Softail-Reihe um und stattete es mit dem Milwaukee-Eight 114-Motor und einem modernisierten Fahrwerk aus. Dieser Übergang verbesserte sein Handling und seine sportlichen Fähigkeiten erheblich.
Nachfolgende Upgrades umfassten den Wechsel zum leistungsstärkeren Milwaukee-Eight 117-Motor, der kürzlich auf die High Output-Version aktualisiert wurde. Damit ist die Low Rider S die derzeit leistungsstärkste Harley Softail. Mit dem Update wurde außerdem serienmäßig eine kurventaugliche Elektronik hinzugefügt, was eine deutliche Verbesserung der Sicherheit darstellt.
Bemerkenswert ist, dass der Low Rider S auch günstiger geworden ist. Der UVP ist von 20.499 $ auf 19.999 $ gesunken und liegt nun bei nur noch 18.999 $. Um dies ins rechte Licht zu rücken: Das Modell von 2016 wurde für 18.199 US-Dollar mit optionalen Sicherheits- und ABS-Funktionen verkauft.
Kurvenelektronik und überlegene Leistung
Das Elektronikpaket des Low Rider S gehört zu den besten in seinem Segment und umfasst Kurven-Traktionskontrolle, Kurven-ABS, Kurven-Schleppmomentkontrolle und Fahrmodi. Dies wird durch Tempomat, Reifendrucküberwachung und einen USB-Anschluss noch verstärkt.
Während Konkurrenten wie der Indian Sport Chief und der Scout digitale TFT-Kombiinstrumente anbieten, ist dies beim Low Rider S nicht der Fall – und dies ist auch nicht als Option erhältlich. Dies wird jedoch durch eine größere Auswahl an Farboptionen kompensiert, die teilweise mit zusätzlichen Kosten verbunden sind.
Leistungsmäßig dominiert der Low Rider S seine V-Twin-Konkurrenz. Der Milwaukee-Eight 117 High Output-Motor liefert 114 PS und 128 Pfund-Fuß Drehmoment und übertrifft damit den Indian Sport Chief und Scout. Der Buell Super Cruiser bietet zwar mehr Leistung, kostet aber über 25.000 US-Dollar und die Auslieferung hat noch nicht begonnen.
Effizienz, Handhabung und Ergonomie
Trotz seiner hohen Leistung behält der Low Rider S eine ordentliche Kraftstoffeffizienz bei, wobei Harley 47 Meilen pro Gallone und eine Reichweite von über 230 Meilen angibt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt im sechsten Gang bei über 200 km/h.
Das Handling des Fahrrads wird durch 43-mm-Showa-Upside-Down-Gabeln, ein hinteres Monofederbein mit Vorspannungseinstellung und Leichtmetallfelgen (19/16 Zoll) verbessert. Diese Komponenten ermöglichen in Kombination mit zwei Scheibenbremsen vorne und einer Bodenfreiheit von nahezu 6 Zoll einen Schräglagenwinkel von 31,3 Grad.
Die Ergonomie folgt einem typischen Cruiser-Layout: nach vorne versetzte Fußrasten, ein gebogener Lenker und ein gewölbter Sattel. Die Unterbringung von Passagieren ist optional und kostet zusätzlich 600 US-Dollar für einen Sitz- und Fußrastensatz.
Die Harley-Davidson Low Rider S hat sich hinsichtlich Leistung und Erschwinglichkeit kontinuierlich weiterentwickelt und hebt sich damit im Cruiser-Segment ab. Seine Kombination aus Leistung, moderner Elektronik und wettbewerbsfähigen Preisen macht es zu einer überzeugenden Wahl für Fahrer, die ein Gleichgewicht zwischen Tradition und Innovation suchen.























