GM fördert das „Eyes-Off“-Fahren auf der Autobahn mit neuen Systemtests

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General Motors treibt die nächste Phase seiner autonomen Fahrtechnologie voran und beginnt mit realen Tests eines Systems, das es dem Fahrer ermöglichen soll, sich auf Autobahnen vollständig vom Lenkrad zu lösen – beide Hände und Augen vom Lenkrad. Das Unternehmen gab diese Woche bekannt, dass Prototypen auf Straßen mit beschränktem Zugang in Kalifornien und Michigan in Betrieb gehen werden, mit dem Ziel, die Technologie im Cadillac Escalade IQ 2028 einzuführen.

Systemfunktionen und Technologie

Das neue System basiert auf einer umfassenden Suite von Sensoren, darunter Lidar und Radar, gepaart mit einer zentralisierten Computerarchitektur. Dadurch kann das Fahrzeug ohne Zutun des Fahrers auf Autobahnen navigieren. GM betont die „Augen-ab-Kontrolle“-Funktion als wesentliches Unterscheidungsmerkmal, die es den Insassen ermöglicht, sich zu entspannen oder anderen Aktivitäten nachzugehen, während das Fahrzeug Fahraufgaben übernimmt.

Eine optische Anzeige – türkisfarbene Lichter sowohl innerhalb als auch außerhalb des Fahrzeugs – signalisiert, wann das System aktiviert ist und der Fahrer es deaktivieren kann. Dadurch sollen auch Fußgänger und andere Autofahrer auf den autonomen Betrieb aufmerksam gemacht werden.

Nutzung vorhandener Daten

Die Entwicklung baut auf der umfangreichen Erfahrung von GM mit Super Cruise auf, bei der Kunden bereits über 800 Millionen real gefahrene Meilen zurückgelegt haben. Das Unternehmen bezieht auch Erkenntnisse aus Cruise ein, seinem vollständig autonomen Fahrdienst, der über 5 Millionen autonome Meilen gesammelt hat.

„Realwelttests sind für den Aufbau eines vertrauenswürdigen Systems unerlässlich“, sagte GM in einer Erklärung. „Die in dieser neuen Phase erfassten Daten werden direkt in den Entwicklungszyklus von GM einfließen und so das KI-Fahrmodell und die Gesamtsystemstabilität verbessern.“

Testphase und zukünftige Einführung

Die erste Testphase umfasst 200 Prototypen mit geschulten Testfahrern, die bei Bedarf die manuelle Steuerung übernehmen. GM geht jedoch davon aus, dass die Eingriffe minimal sein werden, da das System auf bewährten autonomen Fahrerlebnissen basiert.

Das ultimative Ziel besteht darin, die Technologie über Luxusfahrzeuge hinaus zu erweitern und das Fahren auf der Autobahn für ein breiteres Spektrum von GM-Marken, einschließlich Mainstream-Chevrolet-Modellen, verfügbar zu machen. Dieser Schritt unterstreicht das Engagement des Unternehmens, die Grenzen der autonomen Fahrzeugtechnologie zu erweitern und das Fahrerlebnis neu zu definieren.

Die erfolgreiche Implementierung dieses Systems könnte den Fernverkehr erheblich verändern und es den Fahrern ermöglichen, Pendelzeit für Arbeit oder Freizeit zurückzugewinnen. Eine weitverbreitete Einführung hängt jedoch von der Gewährleistung der Zuverlässigkeit, Sicherheit und des Vertrauens der Öffentlichkeit in vollständig autonome Systeme ab.