Chrysler Delta: Ein Scheitern des britischen Marktes

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Die Automobilindustrie produziert trotz über hundertjähriger Erfahrung immer noch Fahrzeuge, die ihr Ziel verfehlen. Der 2011 in Großbritannien eingeführte Chrysler Delta ist ein deutliches Beispiel dafür, wie selbst etablierte Hersteller die Vorlieben und Ausführung der Verbraucher falsch einschätzen können.

Ein neu gestaltetes Glücksspiel

Der Delta war kein frisches Design; Es handelte sich um einen neu gestalteten Lancia Delta, der ursprünglich für europäische Märkte entwickelt wurde. Fiat Chrysler Automobiles (FCA) unter Sergio Marchionne sah eine Gelegenheit, die Abwesenheit des Lancia in Großbritannien auszunutzen. Bei dem Auto handelte es sich im Wesentlichen um eine rechtsgelenkte Version des Lancia Delta von 2008, der bereits für einen ins Stocken geratenen Relaunch der italienischen Marke in Großbritannien entwickelt worden war.

Die Strategie hatte bescheidene Ambitionen, scheiterte aber letztendlich. FCA hoffte, aus dem Erbe des Deltas Kapital schlagen zu können, doch die Umsetzung scheiterte.

Die Delta-Linie

Der Name Delta hat Gewicht. Der ursprüngliche Delta Integrale erzielte Rallye-Erfolge und stellte den subtileren Charakter der Mainstream-Delta-Familie in den Schatten. Jede Generation basiert auf Fiat-Plattformen, wobei die neueste Version auf dem Fiat Bravo von 2007 basiert. Während der Delta 2008 den Radstand verlängerte, um mehr Platz zu schaffen, waren im Innenraum Kostensenkungsmaßnahmen erkennbar. Das Armaturenbrett war eine kaum getarnte Bravo-Einheit mit billigen Versuchen hochwertiger Details.

Schwache Verkäufe und begrenzte Attraktivität

Chrysler UK hatte sich zum Ziel gesetzt, bei der Einführung im Jahr 2011 2.500 Deltas zu verkaufen. Nach drei Jahren wurde das Modell jedoch zurückgezogen, und der Gesamtabsatz überstieg kaum 900 Einheiten. Die begrenzte Attraktivität des Wagens resultierte aus dem Fehlen einer eindeutigen Identität, wodurch das italienische Design auf unangenehme Weise mit der amerikanischen Marke Chrysler vermischt wurde.

Der 1.4 Multiair-Turbomotor mit 138 PS und 170 Nm Drehmoment bot einiges Leistungspotenzial. Doch die elektronisch gedämpfte Lenkung des Wagens und die Tendenz, gegen Übersteuern zu kämpfen, untergruben jedes dynamische Engagement. Das künstliche elektronische Sperrdifferenzial, das die Räder bremste, um Untersteuern zu verhindern, schien eher eine Spielerei als eine Lösung zu sein.

Warum es fehlgeschlagen ist

Das Scheitern des Delta verdeutlicht mehrere zentrale Probleme. Erstens: Das Umbenennen eines Autos löscht nicht seine Herkunft. Die italienischen Wurzeln des Delta waren zu offensichtlich, um nahtlos in die britische Modellpalette von Chrysler zu passen. Zweitens haben Kostensenkungsmaßnahmen den wahrgenommenen Wert des Autos untergraben. Ein billiger Innenraum in einem vermeintlich Premium-Fahrzeug weckt kein Vertrauen. Schließlich verurteilte das Fehlen einer überzeugenden Identität das Delta zur Vergessenheit. Das Auto bot keinen klaren Vorteil gegenüber der Konkurrenz und das Branding wirkte verwirrend.

Das Chrysler Delta dient als warnendes Beispiel. Selbst mit einem erkennbaren Namen und einem gewissen Maß an technischer Kompetenz muss ein Auto bei seiner Zielgruppe Anklang finden, um erfolgreich zu sein. Dies gelang diesem Modell nicht, was für FCA zu einem kostspieligen und unvergesslichen Unterfangen führte.