Für die meisten Eltern ist der Schulweg mit einer vorhersehbaren Routine in SUVs oder Familien-Schrägheckmodellen verbunden. Giuseppe Minetti hat jedoch einen anderen Weg gewählt: einen Lancia Fulvia 1.3S von 1973. Weit davon entfernt, eine „Garagenkönigin“ zu sein, die unter einem seidenen Überzug gehalten wird, ist diese Vintage-Rallye-inspirierte Maschine ein fester Bestandteil auf den Straßen Londons und dient als zuverlässiger, hochdrehender Alltagsmotor.
Eine Rallye-Legende im Stadtverkehr
Minettis Fulvia ist kein gewöhnlicher Klassiker. Es handelt sich um die Monte-Carlo-Sonderedition mit ausgestellten Radkästen, die an den 1.6 HF-Rallyewagen erinnern, der 1972 die Rallye Monte Carlo gewann.
Während das Auto derzeit ein einheitliches rotes Finish trägt, ist sein Erbe im harten Wettbewerb verwurzelt. Ursprünglich verfügten diese Modelle über mattschwarze Motorhauben und Kofferraumdeckel – eine funktionale Designentscheidung, die verhindern sollte, dass die Blendung der Scheinwerfer bei anstrengenden Nachtetappen von Rallye-Rennen vom Lack reflektiert wird.
Die mechanische DNA des Fahrzeugs macht es überraschend gut für unvorhersehbares Wetter geeignet:
– Speziell entwickelte Traktion: Das Auto ist für losen Schotter und unebene Oberflächen konzipiert und zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Straßenverhältnisse verschlechtern.
– Fahreigenschaften: Obwohl es über einen Vorderradantrieb verfügt, ist das Auto so konstruiert, dass das Heck driften kann, was durch die charakteristischen dünnen Reifen unterstützt wird.
– Authentischer Innenraum: Trotz verschiedener kosmetischer Veränderungen im Laufe der Jahrzehnte behält das Auto seine ursprünglichen Schalensitze.
Die Philosophie „Nutzen, nicht bewahren“
Der Fulvia wurde über einen Privatverkauf für 20.000 £ erworben und verfügt über eine dokumentierte Geschichte, einschließlich einer umfassenden Grundrestaurierung, die vor einem Jahrzehnt in Rom durchgeführt wurde.
Während viele Oldtimerbesitzer ihre Fahrzeuge als fragile Investitionen betrachten, verfolgt Minetti einen pragmatischeren Ansatz. Er hat bereits über 400 Meilen zurückgelegt und das Auto für Besorgungen, Einkäufe und Schulfahrten genutzt. Indem er es auf der Straße und nicht in einem klimatisierten Ausstellungsraum abstellt, folgt er einem einfachen persönlichen Mantra: „Es muss genutzt werden.“
Eine lebenslange Leidenschaft für italienische Ingenieurskunst
Die Wahl des Fahrzeugs von Minetti spiegelt eine lebenslange Leidenschaft für italienisches Automobildesign wider. Als echter Enthusiast besaß er mehr als 30 italienische Autos und liebte hochdrehende Motoren und temperamentvolle Fahrdynamik. Zu seiner Sammlung gehören:
– Alfa Romeo-Modelle: GTVs, Spider und der legendäre Alfa Giulia 105.
– Fiat-Modelle: Mehrere X1/9.
Seine Erfahrung mit nichtitalienischen Fahrzeugen ist bemerkenswert kurz, was darauf hindeutet, dass die Verbindung zur italienischen Ingenieurskunst für Minetti mehr als nur ein Hobby ist – es ist eine Vorliebe für einen bestimmten Fahrcharakter.
Diese Geschichte verdeutlicht einen wachsenden Trend unter Oldtimer-Enthusiasten: den Wandel vom „statischen Sammeln“ zum „aktiven Fahren“, bei dem der Wert eines Oldtimers eher in seiner Nützlichkeit und Seele liegt als in seinem makellosen, unberührten Zustand.
Der Lancia Fulvia erinnert daran, dass Oldtimer mehr als nur Museumsstücke sein können; Sie können funktionale, ansprechende und überraschend leistungsfähige Werkzeuge für den Alltag sein.























