Chery wird bis 2027 die elektrifizierte Offroad-Marke „iCaur“ in Australien einführen

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Chery hat offiziell bestätigt, dass seine Lifestyle-orientierte Submarke für Elektrofahrzeuge (EV), iCar, Anfang 2027 auf den australischen und neuseeländischen Markt expandieren wird. Um Markenkonflikte mit Apple zu vermeiden, wird die Marke voraussichtlich lokal unter dem Namen iCaur debütieren.

Dieser Schritt signalisiert einen strategischen Wandel für Chery, da das Unternehmen versucht, eine bestimmte Nische im Automobilmarkt zu erobern: Verbraucher, die sich robuste, designorientierte Offroader wünschen, sich aber von traditionellen Verbrennungsmotoren verabschieden möchten.

Bewältigung der „Reichweitenangst“ mit Hybridtechnologie

Während iCar in China als eigenständige Marke für Elektrofahrzeuge eingeführt wurde, hat Chery erkannt, dass die australische Landschaft einzigartige Herausforderungen mit sich bringt. Angesichts der großen Entfernungen zwischen den großen Drehkreuzen wird ein rein elektrisches Angebot möglicherweise nicht den Bedürfnissen aller lokalen Fahrer gerecht.

Um dieses Problem zu lösen, plant Chery, die Technologie Extended-Range Electric Vehicle (EREV) voranzutreiben. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Hybrid nutzt ein EREV einen Benzinmotor ausschließlich als Generator zum Laden der Batterie, die dann die Elektromotoren antreibt. Dieser Ansatz zielt darauf ab, das Fahrerlebnis eines Elektrofahrzeugs zu bieten und gleichzeitig die „Reichweitenangst“ deutlich zu verringern.

Die erwartete Aufstellung: V27 und V25

Der Eckpfeiler der australischen Markteinführung wird voraussichtlich das iCar V27 sein, ein großer, kastenförmiger SUV, der bereits auf internationalen Automobilmessen für Aufsehen gesorgt hat.

Das iCar V27 im Überblick:

  • Antriebsstrang: EREV-System mit einem 1,5-Liter-Turbomotor, der als Generator fungiert.
  • Leistung: 335 kW Leistung und 505 Nm Drehmoment, 0-100 km/h in 5,9 Sekunden möglich.
  • Reichweite: Eine 34-kWh-Batterie ermöglicht etwa 150 km rein elektrisches Fahren mit einer kombinierten Gesamtreichweite von bis zu 995 km.
  • Abmessungen: Mit einer Länge von über 5 Metern ist es ein stattliches Fahrzeug, größer als ein Land Rover Defender 110.

Nach dem V27 wird die Marke voraussichtlich den V25 einführen, ein etwas kompakteres Modell (ca. 4800 mm Länge), das ebenfalls die EREV-Technologie nutzen wird. Es besteht auch das Potenzial, dass der V23 – ein kompakter, kastenförmiger SUV im Jimny-Stil – in die Produktpalette aufgenommen wird, sobald die Produktion des Rechtslenkers abgeschlossen ist.

Eine wachsende Mehrmarkenstrategie

Die Einführung von iCaur ist Teil einer viel umfassenderen, aggressiven Expansion von Chery in die Region Ozeanien. Das Unternehmen baut derzeit ein Mehrmarken-Ökosystem auf, das auf verschiedene Verbrauchersegmente ausgerichtet ist:

  1. Chery & Omoda Jaecoo: Streben nach Dominanz auf dem Mainstream-Markt.
  2. Lepas & Jetour: Erweiterung der Markenpräsenz im Laufe des Jahres 2025.
  3. iCaur: Zielgruppe sind Lifestyle-, Design- und Offroad-Enthusiasten.

Roadmap bis 2027

Der Rollout folgt einem strukturierten Zeitplan:
* Q3 2026: Detaillierte Ankündigungen zur lokalen Modellpalette und zum Händlernetz.
* Anfang 2027: Offizielle Markeneinführung in Australien und Neuseeland, zeitgleich mit dem Beginn der Produktion des Rechtslenkers für den V27.

„Wir versuchen, einen Unterschied zu machen. iCar ist für Chery eine völlig andere Marke, und in Zukunft möchten wir verschiedenen Kunden ein anderes Erlebnis bieten.“ — Zhang Guibing, Präsident von Chery International


Fazit: Durch die Kombination robuster „Lifestyle“-Ästhetik mit Technologie mit erweiterter Reichweite positioniert Chery den iCaur, um sowohl mit traditionellen Offroadern als auch mit aufstrebenden elektrischen Konkurrenten zu konkurrieren, der speziell auf die Langstreckenanforderungen des australischen Marktes zugeschnitten ist.