Sie sagen, Elektrofahrzeuge seien geräuschlos. AMG ist anderer Meinung.
Der neue CLA 45 will Hot-Hatch-Käufern den Benzinern abjagen und ihren Treibstoff durch Strom ersetzen. Es ist eine Limousine oder ein Shooting Brake. Kommt Ihnen das bekannt vor? Schauen Sie genauer hin. Innen ist es ganz anders.
Hardware, die neue Maßstäbe setzt
Dies ist nicht der normale CLA im Schafspelz. Es tauscht das Verbrennungsherz gegen eine 94-kWh-Batterie aus – die gleiche, die auch in der C-Klasse Electric zum Einsatz kommt. Dann kommen drei Motoren hinzu. Nicht von Mercedes. Von Yasa. Eine Firma in Oxfordshire. Axialer Fluss. Seltsame Worte für Leute, die sich mit Autos auskennen, mittlerweile Standard.
Hinten wohnen zwei Motoren. Einer hängt vorne. Zusammen treiben sie 671 PS durch alle vier Räder. Warten. Die volle Leistung erhalten Sie allein über die Hinterräder.
Der Frontmotor ist ein schüchterner Freund. Es zeigt sich nur, wenn Sie Halt brauchen. Regen. Eis. Ein hektischer Start an der Startlinie.
Warum sollte man es dann einschränken? Hitze. Batterien ersticken, wenn sie zu heiß betrieben werden. Aber hier ist die Wendung. Zukünftige Updates könnten noch mehr Leistung freischalten. Im Moment bietet Ihnen das nach hinten ausgerichtete Setup einen Driftmodus. Art von Reifenrauch.
Der 2,3 Tonnen schwere Stein bewegt sich schnell. Von 0 auf 100 km/h in 3,0 Sekunden. Der Wagen ist langsamer. 3,2s.
Bringen Sie es ins rechte Licht.
– SLS AMG Black Series? 3,6s.
– Der AMG One mit F1-Motor? 2,9s.
– Dieses elektrische Ding? Sitze genau dazwischen.
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 155 Meilen pro Stunde. Es sei denn, Sie zahlen für das Dynamic Plus-Paket. Dann sind es 168 Meilen pro Stunde.
Der Geist der M139
Hier ist der seltsame Teil. Du willst Beschleunigung? Schalten Sie das AMGForce-System aus.
AMGForce bremst das Auto ab. Absichtlich.
Er imitiert den Sound und die Leistungskurve des alten Vierzylinders M139. Der stärkste Serienmotor der Welt. Immer. Das neue System führt gefälschte Schaltvorgänge über ein synthetisches Achtganggetriebe durch. In Ihrer Rückenlehne sitzen Vibrationsmotoren. Sie summen gegen Ihre Wirbelsäule. Du spürst das Grollen. Du hörst das Knallen. Man hört das Knistern, wenn man vom Gas geht.
Es verfügt über einen Lautmodus. Mercedes sagt, dass es Aftermarket-Auspuffanlagen hinsichtlich der Lautstärke übertrifft. Innen? Draußen? Beide.
Aber Sie werden es nicht an einem Streckentag verwenden. Nicht, wenn du gewinnen willst. Wechseln Sie in den Rennmodus. AMGForce stirbt. Die Simulation verschwindet. Rohes, leises elektrisches Drehmoment übernimmt.
Intelligente Batterien auf der Nür
Mercedes hat ein Gehirn für die Batterie gebaut. Vorausschauendes Management.
Das Auto weiß, wo es ist. Es kennt die Karte. Die Wärme wird nicht nach Timing, sondern nach Geografie verwaltet.
Mit voller Kraft durch jede Kurve der Nordschleife rennen? Der Akku überhitzt. Das Auto hinkt. Schlecht.
Clever laufen? Das Auto hält sich in den Kurven zurück. Es spart Wärme. Dann – zack – entlädt es die gesamte gespeicherte Wärmeenergie und den maximalen Schub in lange Geraden. Wie die Döttinger Höhe.
Es ist eine kalte Rechnung für ein Fahrerlebnis, das sich warm anfühlen soll. Funktioniert das? Verzeihen Sie die Stille, wenn sie der Rundenzeit hilft?
Oder ist das nur Lärmmarketing, das als Leistung verkleidet ist?
Wir müssen warten, bis die Fahrer es herausfinden. Die Ingenieure glauben, den Code geknackt zu haben.
Vielleicht haben sie es getan. Oder sie kaufen einfach nur Zeit.
